Hausärztliche Versorgung sichern – Claudia Michel: Mike Weiland ist ein Kümmerer für die Region

Veröffentlicht am 09.02.2020 in Kommunales

Mike Weiland traf sich mit Claudia Michel zum Austausch über die Hausarztversorgung.

VG-Bürgermeisterkandidat Mike Weiland für die Wahl am 15. März 2020 ist seit Jahren viel unterwegs. Eines seiner Steckenpferde ist die Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung in der Verbandsgemeinde (VG) Loreley. Zum Gespräch traf er sich jetzt einmal mehr mit Claudia Michel aus Weisel, die sich ebenfalls sehr um die Zukunft der Hausärzte sorgt. „Eine immer wieder angeführte, angebliche Überversorgung mit Ärzten in unserer VG und im Bereich Nastätten lasse ich mir von der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) nicht attestieren“, erklärt Mike Weiland.

Seit einigen Jahren kämpft und kümmert er sich mit großer Hingabe ehrenamtlich darum, Ärzte zu akquirieren und für eine Niederlassung rund um die Loreley zu gewinnen. „Mir war es von Beginn an egal, ob die Gemeinden, die VG oder der Kreis dafür zuständig sind oder nicht“, so Mike Weiland gegenüber Claudia Michel. Selbstredend sei dafür natürlich an erster Stelle die KV zuständig. Auch das Land müsse gegenüber dem Bund noch viel energischer auftreten, dass dort die Spielregeln für die Vergabe von Arztsitzen im ländlichen Raum geändert würden. „Aber was nützt das alles, wenn es heute bereits in unserer Heimat brennt und wir dringend junge Ärztinnen und Ärzte brauchen?“, betont er weiter. In erster Linie ist es für ihn gemeinsam mit Ärzten aber zwischenzeitlich zu einem Kampf mit und teilweise auch gegen die KV geworden.

Mike Weiland hat in den vergangenen Jahren mit seiner Fraktion bereits zwei Anträge in den VG-Rat mit Vorschlägen zur Verbesserung der Situation eingebracht. Zwar sei ein Infoblatt zur VG Loreley erstellt und an Universitäten verteilt worden, die für die Gemeinden mit ihren Vorteilen werben sollen, doch ein neuer Arzt habe sich daraufhin noch nicht gefunden. „Ich gehe an solche Dinge sehr pragmatisch heran. Wenn mir etwas zu langsam oder ohne den entsprechenden Erfolg verläuft, werde ich selbst mit eigenen Ideen aktiv“, so der Bürgermeisterkandidat. Zahlreiche Gespräche und Veranstaltungen mit Ärzten, dem Präsidenten der Landesärztekammer Rheinland-Pfalz, der KV und vor allem mit den Bürgern, die einen Hausarzt suchen, hat Mike Weiland in den zurückliegenden Jahren schon organisiert. Dann kam ihm im Dezember 2018 eine neue Idee: Gemeinsam mit der Vorsitzenden der SPD Loreley, Theresa Lambrich, rief er die Menschen der Region per Internetvideo dazu auf, ihnen bekannte oder befreundete Mediziner anzusprechen, die sich vorstellen könnten, sich im ländlichen Bereich niederzulassen. Mit Erfolg: Mit dieser hemdsärmeligen Art der Arztsuche fanden sich bislang drei Ärztinnen und Ärzte, die sich nach deren Ausbildungsende vorstellen können, sich in der VG Loreley zu engagieren. „Das dauert leider noch eine Zeit bis ich hier sichtbare Ergebnisse und Erfolge vorweisen kann“, bedauert Mike Weiland. Von glaubhafter Politik erwarten die Menschen oft jedoch schnelle Antworten, was in diesem Fall leider nicht gehe. Aber Mike Weiland ist dennoch hoffnungsfroh, denn bis die jungen Ärzte sich selbstständig machen können, werden aufgrund des teils hohen Alters der hiesigen Ärzte in den aktuell bestehenden Praxen auch noch einige Arztsitze frei und Nachfolger gesucht.

Seit Anfang 2019 hat Mike Weiland gemeinsam mit Landrat Frank Puchtler auch einem weiteren Arzt Wege geebnet und mögliche Zuschüsse generiert. Dieser Arzt hätte sich am liebsten bereits im Frühjahr letzten Jahres in der VG niedergelassen und die Gemeinden Weisel und Kamp-Bornhofen versorgt. Die KV erteilte ihm aber wegen der angeblichen Überversorgung eine Absage. Claudia Michel schüttelt mit Unverständnis im Gespräch den Kopf und sagt: „Das versteht hier in der VG Loreley kein Mensch!“

Für die im November 2019 ausgeschriebenen 1,5 Arztsitze konnte Mike Weiland den Arzt erneut zu einer Bewerbung bewegen, aber auch zu diesem Zeitpunkt erteilte ihm die KV wieder eine Absage, weil sie mit diesen Sitzen erst die großen Löcher in Nastätten stopfte. „Man darf sich nicht entmutigen lassen und muss eben einen langen Atem haben, wenn man den Menschen helfen will“, zeigt sich Mike Weiland gelassen. Nach der Schließung des Medizinischen Versorgungszentrums Mühlbachtal trat er in Kontakt mit dem Lahnsteiner Krankenhaus, das die Arztsitze noch innehat. Die Geschäftsführung würde die Arztsitze für viel Geld an einen neuen Arzt verkaufen. „Es kann nicht sein, dass es hier zugeht, wie auf einem Basar und sich nur noch reiche Gemeinden eine Arztpraxis leisten können“, protestiert Mike Weiland. Frühestens im Mai könnten laut KV weitere Arztsitze im Mittelbereich St. Goarshausen ausgeschrieben werden. Das ist Mike Weiland zu spät. Er hat daher vergangene Woche den bislang leer ausgegangenen Arzt in einem Gespräch mit einem älteren Kollegen zusammen gebracht, der einen Nachfolger für dessen Praxis sucht. „Ich würde mich freuen, wenn sie sich einig werden und somit diese Praxis auch in Zukunft durch eine Übernahme gesichert werden kann“, so Mike Weiland.

Einen Lichtblick gibt es zwischenzeitlich im Februar für Weisel. Dort wird dann in den früheren Praxisräumen wieder ein Hausarzt öffnen. „Mike Weiland ist ein wahrer Kümmerer für die VG Loreley. Was er alleine im Bereich der Arztversorgung unternimmt, um bessere Lebensbedingungen für die Menschen zu schaffen, ist mehr als bemerkenswert“, lobt Claudia Michel. Sie stehe hier in allen Richtungen voll hinter ihm und motiviert ihn am Ende des Gespräches, diesen Weg zum Wohle der Bürger fortzusetzen.

 

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