Dörfer-Tour machte in Wellmich Station: Radweg, Rheinbrücke und L 334 stießen auf großes Interesse

Veröffentlicht am 21.07.2019 in Kommunales

Zum Auftakt der 2. Runde der Dörfer-Tour der SPD Loreley, zu der SPD-Fraktionsvorsitzender im VG-Rat Loreley und Kreisvorsitzender Mike Weiland und Marco Jost, Beigeordneter der VG Loreley, mit Lutz Nink den Leiter des Landesbetriebs Mobilität (LBM) in Diez eingeladen hatten, waren die Themen Rheinradwegebau, die Mittelrheinbrücke und die Sanierung der L 334 von Wellmich nach Dahlheim gesetzt und stießen bei etwa 30 Bürgerinnen und Bürgern auf großes Interesse. „Mit allen drei Projekten muss es zügig weitergehen, denn sie sind alle bedeutende Mosaiksteine für die Weiterentwicklung der Verbandsgemeinde Loreley“, betonte Mike Weiland gleich zu Beginn.

Sachstand L 334

Eigentlich seien mehrere kleine Bauabschnitte geplant gewesen, mit denen der LBM die Straße habe wieder in Ordnung bringen wollen. Für beteiligte Behörden sei es aber aufgrund der Umweltbelange nötig gewesen, ein Planfeststellungsverfahren durchzuführen, was dann auch den von vielen umliegend wohnenden Bürgern geforderten Vollausbau der Straße ermöglicht. Dies alles brauche laut Lutz Nink aber dann auch entsprechend Zeit und kostet 4,5 bis 5 Mio. Euro. Die landespflegerische Abstimmung braucht rund 1,5 Jahre, die technische Planung 1 Jahr; dann werde der Eingriff bewertet. Der LBM hofft, dass man im Laufe des Jahres 2020 in die Planfeststellung einsteigen kann, ein Verfahren, für das ebenfalls 1,5 Jahre veranschlagt werden müssten. Um die Ausschreibung für die Baumaßnahme vorzubereiten, ist ein halbes Jahr vorgesehen, so dass Lutz Nink als Baubeginn 2022/23 für realistisch hält. „Um eine Vollsperrung wird man ebenfalls nicht umherkommen“, prophezeit Nink. Daher sei es ihm wichtig, auch die Baumaßnahmen in der Ortsdurchfahrt Dahlheim im Zuge der L 334, die ab Anfang 2020 für mindestens 1,5 Jahre laufen werden und mit denen auch Wasser, Abwasser, Strom und Telefon neben der eigentlichen Sanierung erneuert würden, sowie die vorgesehene weitere Sanierung an der L 335 (Braubach-Dachsenhausen) dementsprechend zu koordinieren. Um die Bürger so wenig wie möglich einzuschränken, muss man hier bei allen Baustellen einen Gesamtblick wahren. Die Erkenntnis, dass wer auf sanierten Straßen fahren möchte, vorher auch Baustellen und Umleitungen in Kauf nehmen muss, wurde zumindest an diesem Abend von den Anwesenden akzeptiert. Die Kunst sei es aber auch, dass alle Gemeinden und Städte insbesondere beim der Umleitungsplanung an einem Strang zögen, so Lutz Nink.

Rheinradwegebau

Lutz Nink versprach jetzt in Wellmich, dass ab 2020 bis zur BUGA 2029 permanent Bautätigkeiten zur Realisierung des Radwegebaus entlang der B 42 stattfinden werden und zwar immer dort, wo es baurechtlich zum jeweiligen Zeitpunkt möglich sei. Dies gelte für den Bereich bei Kaub, die Strecke zwischen Kestert und Ehrenthal, wo man das Planfeststellungsverfahren mit Anhörung und Erörterung anstrebe sowie die beiden Ortslagen Osterspai und Kestert. Für St. Goarshausen sieht die Planung aktuell in Höhe des Hafens keine Brücke mehr vom Krangelände auf die Mole vor, da diese irgendwann vom Bund ein Stück zurückgebaut werde. Anstatt dessen soll der Radweg nun durch Versetzung der Kaimauer parallel zur Straße geführt werden. Die Planung habe hierzu begonnen.

In Wellmich soll der Weg über die Panzerrampe ins Rheinvorgelände bis am Campingplatz in der Loreleystadt vorbeigeführt werden. Eine mögliche Variante entlang der Straße, die dann auch die Sanierung des Bürgersteigs entlang der B 42 in der Ortsdurchfahrt Wellmich beinhaltet, werde im Zuge der Planung zu gegebener Zeit mit der Stadt abgestimmt, sicherte Lutz Nink gegenüber Stadtbürgermeister Matthias Pflugradt zu. Laut derzeitiger Planung solle der Rheinradweg im rheinland-pfälzischen Teil bis zur BUGA komplett fertig sein, so der LBM.

Mittelrheinbrücke

Nach langem Hin und Her des Rhein-Hunsrück-Kreises um dessen Kreistagsbeschluss, sich in das Raumordnungsverfahren für die Mittelrheinbrücke einzubringen, was laut Mike Weiland im Kreistag Rhein-Lahn mit großer Mehrheit schon lange zuvor beschlossene Sache gewesen sei, habe das Land die für das Raumordnungsverfahren für die Mittelrheinbrücke notwendigen Voruntersuchungen auf den Weg bringen können. „Um keine weiteren Störfeuer zu erleiden, übernimmt das Land sogar die kompletten Kosten für das Raumordnungsverfahren“, so Mike Weiland und Marco Jost lobend. Nun gelte es zügig und rechtssicher die weiteren Schritte abzuarbeiten. Laut Lutz Nink ist die Verkehrsbefragung zwischenzeitlich abgeschlossen. Es erfolge nun die Auswertung. Danach könne man die Verkehrszahlen und –ströme neu abschätzen und neben Belangen der Umweltverträglichkeit und sonstiger vorgeschriebener zu untersuchender Faktoren dann das eigentliche Raumordnungsverfahren starten. „Es bleibt zu hoffen, dass hier alle Beteiligten ohne politisch motivierte Störfeuer künftig ausschließlich sachlich an einem Strang in die gleiche Richtung ziehen“, wünschten sich Mike Weiland und Marco Jost abschließend, was jetzt im Rahmen der Dörfer-Tour in Wellmich großen Zuspruch bei den Bürgerinnen und Bürgern fand.

 

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