Kirche soll nicht bei Kindern sparen

Pressemitteilung


Heinz Thomas Striegler (2. von rechts), künftiger Verwaltungschef der EKHN, besuchte erstmals die evangelische Regionalverwaltung Rhein-Lahn-Westerwald und diskutierte dort mit (von links) René Roos (stellvertretender Leiter), Leiter Manfred Köhn, Frank Puchtler, dem stellvertretenden Verbandsvorsitzenden Dietmar Köhler und EKHN-Verwaltungskoordinator Timo Keller über die Finanzkraft der Kirchengemeinden.

Künftiger Verwaltungsleiter der EKHN besuchte evangelische Regionalverwaltung in Nassau

Rhein-Lahn/Westerwald.

Wie viel „Evangelische Kirche“ ist künftig auf dem Land noch finanzierbar? Eine Frage, die jetzt über einem Gespräch mit Heinz Thomas Striegler, noch Finanz- und Baudezernent der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) und ab August Leiter der gesamten Kirchenverwaltung, in Nassau stand. Striegler informierte sich in der regionalen „Finanzzentrale“ für die Kirchengemeinden der Dekanate Bad Marienberg, Diez, Nassau, St. Goarshausen und Selters über deren derzeitige und künftige Finanzkraft.

Der oberste Finanzwächter der EKHN machte deutlich, dass allein schon der demografische Wandel (er sorgt derzeit für einen Mitgliederschwund von knapp einem Prozent pro Jahr) sowohl zum Sparen als auch zum Erschließen neuer Einnahmequellen zwinge. „Wir wollen sparen, aber ein Stück anders“, sagte Landtagsabgeordneter Frank Puchtler , der auch Mitglied der Landessynode ist und zu dem Treffen eingeladen hatte. Er wünsche sich – „und das passt zu der Stadt und dem Nassauer Land, in dem wir hier sitzen, besonders gut“ – mehr Eigenverantwortung vor Ort. Im Bereich der evangelischen Kindertagesstätten könne er sich sogar ein noch größeres evangelisches Engagement vorstellen. „Die Einrichtungen sind sowohl für die Bindungen zwischen Kirche und den Menschen als auch in ihrer Sinn stiftenden und Werte vermittelnden Aufgabe von großer Bedeutung.“

„Die Kita-Arbeit ist in der EKHN unumstritten“, erklärte Striegler. Deshalb sei von der Synode auch ein millionenschweres Paket für die U-3-Betreuung geschnürt worden. Dessen positive Wirkung unterstrich der stellvertretende Vorsitzende des Regionalverwaltungsverbandes Dietmar Köhler: „Das war uns sehr hilfreich; andernfalls wären neue Gruppen sicher wieder gestorben.“ 45 evangelische Kitas gibt es in den fünf Dekanaten. Im bislang „ausgesprochen angenehmen und kooperativen Kontakt mit der rheinland-pfälzischen Landesregierung“ müsse auch künftig über ein sinnvolles Miteinander von Kirche, Land und Kommunen gesprochen werden, so Striegler. Dafür bedürfe es einer transparenten Kostenübersicht waren sich Puchtler und Striegler einig.

Diskutiert wurde auch die inhomogene Finanzkraft der 96 Kirchengemeinden im Bereich der Nassauer Regionalverwaltung. „Ein Fünftel muss mit Problemen rechnen, ein Fünftel ist sehr gut aufgestellt“, erklärte deren Leiter Manfred Köhn. Für groß angelegte Fundraising-Aktionen fehle es in der Region bislang sowohl an einer entsprechenden Sponsoring-Kultur als auch an großen Firmen, um sinkende Kirchensteuereinnahmen verlässlich auszugleichen. „Und natürlich müssten sich die Kirchengemeinden dann gegenseitig das Wasser abgraben“, so Köhn, der Striegler gleichzeitig Beispiele nannte, wie im Kleinen immer wieder einfallsreich für stattliche finanzielle Unterstützung bei einzelnen Projekten geworben wird. „Da zeigen sich die Menschen spendenfreudig, aber als regelmäßige Einnahmequelle dient das kaum“, so Köhn.

Äußerst positiv werteten die heimischen Vertreter gegenüber ihrem Gast aus Darmstadt die Regionalisierung der Baubetreuung. „Gerade was die sensiblen Bereiche von Denkmalpflege und Brandschutz anbelangt, hilft es, wenn der Ansprechpartner vor Ort bekannt ist und die Leute kennt“, erklärte Frank Puchtler. „Davon profitieren die Kirchengemeinden“, stellte auch Dietmar Köhler fest. Um Schwerpunktsetzungen würden diese in den nächsten Jahren allerdings nicht herum kommen, waren sich alle am Tisch einig. Diskutiert wurde ebenso die Zukunft der Gemeindesekretariate. Bei zwei Wochenstunden könne kaum erwartet werden, sich für die steigenden Verwaltungsanforderungen – etwa im Hinblick auf neue Medien – ständig weiter zu qualifizieren. Für die Pfarrämter seien sie allerdings eine hilfreiche Unterstützung, so Manfred Köhn. Für Striegler ist in diesem Zusammenhang auch die Erreichbarkeit von Kirche ein Thema. „Zwei Stunden erscheinen mir da ein bisschen wenig, dies spricht für die Zusammenarbeit von Gemeinden an dieser Stelle“, so der künftige Verwaltungschef der EKHN.

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Evangelische Öffentlichkeitsarbeit Rhein-Lahn, Mühlbachstraße 9, 56379 Singhofen

 

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